PAUL SONDEREGGER

SCHAUSPIELER • SPRECHER • SPRECHTRAINER • REGISSEUR

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Lesung 
 FRAU JENNY TREIBEL

Geld oder Liebe? Jenny Treibel, eine moderne und ehrgeizige Frau, hat sich entschieden: für sie zählen Status und Prestige. Sie hat einen reichen Unternehmer geheiratet und möchte auch ihren jüngeren Sohn reich verheiraten. Partnerwahl ist Chefinnensache. Gefühle sind erlaubt, solange der schöne Schein gewahrt bleibt.

Theodor Fontane entlarvt Konsumverhalten und Anspruchsdenken, das „Hohle, Phrasenhafte, Lügnerische“, wie er sagt. „Alle geben sie vor, Ideale zu haben und knicksen doch nur vor dem goldenen Kalb.“ Sein zeitloser Berlin-Roman ist über Ideologien erhaben, voller Komik und messerscharfer Beobachtungen - und er enthält eine starke Botschaft: „Werde, der du bist“.

FRAU JENNY TREIBEL

der ganze Roman von Theodor Fontane
mit musikalischen und kulinarischen Zwischenspielen

Lesung
Paul Sonderegger
Klavier und Musikauswahl
Jule Rosner (Berlin und Zernikow)
Mira Lange (Berlin)
Menü
Birgitt Claus (Berlin)

 

Salon Eßkultur Berlin
Februar/März 2026

Gartensaal Gut Zernikow
15.-17. Mai 2026

Gut Sonnenburg (Auszüge)
Pfingstmontag, 25. Mai 2026

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Programm

13. Februar 2026 (Berlin)

15. Mai 2026 (Zernikow)

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
Teil I: Diner bei Treibels

Erstes Kapitel
Jenny Treibel besucht Professor Wilibald Schmidt und seine Tochter Corinna in der Adlerstraße, der Gegend, in der sie aufgewachsen ist. Jenny Treibel erzählt Corinna von ihrer Jugend, als sie in Wilibald verliebt war und er ihr Gedichte schrieb. Sie lädt Corinna zum Diner in ihre Villa in der Köpenicker Straße ein.

Richard Wagner (1813-1883): „Lohengrin“ - Vorspiel zum 3. Akt

Zweites Kapitel
In Treibels Villa. Kommerzienrat Treibel und seine Frau Jenny bereiten sich auf das Diner vor.

Pause
Ragout fin (Berlin)

Die Gäste treffen ein: Sohn Otto Treibel mit Gattin Helene, Mr. Nelson aus Liverpool, Leutnant a.D. Vogelsang, der jüngere Sohn Leopold, Corinna Schmidt mit ihrem Vetter Marcell Wedderkopp, Majorin von Ziegenhals und Fräulein von Bomst.

Emilie Mayer (1812-1883): „Tonwellen“ - Walzer op. 30

Drittes Kapitel
Das Diner beginnt. Gespräche der Treibels mit Majorin von Ziegenhals und Fräulein von Bomst über das Leben am Hof, mit Leutnant Vogelsang über Wahlkampf in der Mark Brandenburg, Dichtung und Musik.

Giacomo Meyerbeer (1791-1864): „Die Hugenotten“ - Ouvertüre

Gespräch von Kommerzienrat Treibel mit Majorin von Ziegenhals über Leutnant Vogelsang und Treibels Reichstags-Kandidatur für den Kreis Zossen-Teupitz.

Pause
„…ob der Schmelzezustand eines rot- und weißen Panaschee nicht noch etwas Vermeidenswerteres ist, als der Hammelrücken im Zustande der Erstarrung.“ (Berlin)

Corinna Schmidt unterhält sich mit Mr. Nelson über dessen Namen und englische Seeschlachten.

Frédéric Chopin (1810-1849): Etüde c-Moll op. 10 Nr. 12 - “Revolutionsetüde”

Corinna schäkert mit Mr. Nelson, Marcell beobachtet sie eifersüchtig. Kommerzienrat Treibel bringt einen Toast auf Mr. Nelson und Leutnant Vogelsang aus. Vogelsang antwortet mit einer pathetischen Lobrede auf die „Royaldemokratie“.

Frédéric Chopin: Ballade Nr. 3 As-Dur op. 47

Viertes Kapitel
Die Damen von Ziegenhals und von Bomst brechen auf, der Kaffee wird im Vorgarten serviert. Kommerzienrat Treibel und Leutnant Vogelsang unterhalten sich bei Likör und Zigarren, Otto Treibel und Polizeiassessor Goldammer stoßen dazu.

Cognac und Knackmandeln (Berlin)


20. Februar 2026 (Berlin)

15. Mai 2026 (Zernikow)

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
Teil II: Abend bei Professor Schmidt

Brötchen mit Schlackwurst (Berlin)

(Viertes Kapitel)
Nach dem Diner bei Treibels geben die Herren frivole Geschichten zum Besten. Der Tenor Adolar Krola singt einige Lieder, sich selbst am Klavier begleitend. Mr. Nelson und Corinna flirten im Garten, während die Schwestern Felgentreu singen.

Franz Schubert (1797-1828): aus „Die schöne Müllerin“
Nr. 11 Mein! („Bächlein, lass dein Rauschen sein…“)
Nr. 7 Ungeduld („Ich schnitt’ es gern in alle Rinden ein…“)

Zum Abschluss des Abends singt Jenny Treibel das Liebeslied, das Wilibald Schmidt für sie gedichtet hat.

Fünftes Kapitel
Marcell ist eifersüchtig. Auf dem Weg in die Adlerstraße wirft er seiner Cousine Corinna vor, mit Mr. Nelson geschäkert zu haben, um Leopold Treibel zu beeindrucken. Sie hören das Glockenspiel der Parochialkirche.

Johann Baptist Cramer (1771-1858): Variationen über „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus Mozarts „Zauberflöte“

Corinna gibt es schließlich zu: sie will Leopold Treibel heiraten. Marcell ist verstimmt.

Hummerpastete mit Lachs und Artischocken (Berlin)

Sechstes Kapitel
Eine Gruppe von Gymnasialprofessoren, die „Sieben Waisen Griechenlands“, treffen sich bei Wilibald Schmidt. Drei Kollegen haben sich entschuldigt.

Frédéric Chopin (1810-1849): Polonaise As-Dur op. 53 („Héroïque“)

Schmidt und seine Kollege Distelkamp diskutieren im Beisein von Charles Etienne, einem Freund Marcels, über das richtige Maß an Autorität in der Schule.

Cécile Chaminade (1857-1944): Églogue op. 76, Nr. 4

Der verspätete Zeichenlehrer Friedeberg trifft ein. Die vier Herren gehen zu Tisch.

Pause
Wellfleisch und Wruken (Berlin)

Siebentes Kapitel
Schmidts Hauswirtin Frau Schmolke serviert Oderbruchkrebse. Corinna und Marcell kommen von Treibels Diner nach Hause. Während Corinna sich zurückzieht, setzt sich Marcell zur Herrenrunde, bis sich die Abendgesellschaft verabschiedet.

Frédéric Chopin: Prélude cis-Moll op. 45

Marcell klagt seinem Onkel sein Leid. Wilibald Schmidt unterstützt ihn väterlich. Er prophezeit, dass Jenny Treibel einer Heirat Leopolds mit Corinna nie zustimmen wird und rät Marcell, den Lauf der Dinge abzuwarten.

Orangenpüree mit Vanillecreme (Berlin)


27. Februar 2026 (Berlin)

16. Mai 2026 (Zernikow)

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
Teil III: Ein Nachmittag in Halensee

Butter- oder Käsestulle! (Berlin)

Achtes Kapitel
Am Morgen nach dem Diner. Jenny Treibel und Kommerzienrat Treibel frühstücken auf der Veranda. Jenny beklagt sich über ihre Schwiegertochter Helene und deren Hamburger Lebensart. Eine Hochzeit von Helenes Schwester Hildegard mit ihrem jüngeren Sohn Leopold möchte sie unbedingt verhindern.

Frédéric Chopin (1810-1849): Prélude Nr. 1 C-Dur, op. 28 (Berlin)
Frédéric Chopin: Polonaise militaire op. 40, Nr. 1 (Zernikow)

Auch Otto und Helene - die jungen Treibels - sprechen über Leopold und Hildegard. Helene weigert sich, ihre Schwester nach Berlin einzuladen, um eine Beziehung mit Leopold anzubahnen. Sie hält Leopold für zu schwach für Helene.

Pause
Salat von Spargel und falschen Melonen (Berlin)

Leopold reitet, wie jeden Morgen, nach Treptow, um in einem Lokal an der Spree ein großes Glas Milch und einen Kaffee zu trinken. Gerne hätte er eine zweite Tasse Kaffee, doch seine Mutter hat dem Kellner verboten, ihm mehr als eine zu servieren.

Fanny Hensel (1805-1847): Präludium e-Moll (Berlin)
Cécile Chaminade (1857-1944): Ondine op.101 – Wasser (Zernikow)

Leopold versucht sich Mut zuzusprechen. In Selbstmitleid und Einsamkeit schweifen seine träumerischen Gedanken zu Corinna, die ihn seit dem vorigen Abend nicht mehr loslässt.

Friedrich Kiel (1821 - 1885): Andante aus Zehn Pianoforte Stücke, op. 18 (Berlin)
Frédéric Chopin: Prélude Nr. 3 – Morgenstimmung (Zernikow)

Neuntes Kapitel
Eine Woche später. Die Laune ist sowohl bei Schmidts als auch bei Treibels getrübt. Kommerzienrat Treibel erhält Besorgnis erregende Meldungen über die Wahlkampfaktivitäten von Vogelsang, die seinem Ruf zu schaden scheinen.

Pause
Coq au Löwenbräu (Berlin)

Treibel beschließt, die Kandidatur zum Reichstag fallen zu lassen.

Woldemar Bargiel (1828 - 1897): Charakterstück, op. 8 (Berlin)
Frédéric Chopin: Préludes Nr. 22 und Nr. 23 (Zernikow)

Der Kommerzienrat macht sich Sorgen um die Erziehung seiner Enkelin Lizzi, der Tochter von Otto und Helene. Mit der Haushälterin Fräulein Honig kommt er überein, dass das Kind ein Engel ist. Helene macht den Vorschlag, am Nachmittag einen Ausflug an den Halensee zu machen.

Felix Mendelssohn (1809 - 1847): Lied ohne Worte Nr. 3 E-Dur, op. 30 (Berlin)
Frédéric Chopin: Nocturne c-Moll (Zernikow)

Zehntes Kapitel
Die Familien Treibel und Felgentreu sind am Halensee angekommen. Auch Corinna Schmidt und der Sänger Adolar Krola sind bei der Landpartie dabei, außerdem wird ein Gesangsquartett erwartet. Professor Schmidt und Leopold Treibel treffen verspätet ein. Nach dem Kaffee bricht die Gesellschaft zu einem Spaziergang in den Grunewald auf.

warmer Napfkuchen (Berlin)


6. März 2026 (Berlin)

16. Mai 2026 (Zernikow)

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
Teil IV: Verlobung im Grunewald

„Teebrötchen, recht dünn geschnitten und nicht zuviel Butter“ (Berlin)

(Zehntes Kapitel)
Die Familien Felgentreu, Treibel und Schmidt spazieren durch den Grunewald. Kommerzienrat Treibel und Adolar Krola sprechen über die Ehe von Treibels Sohn Otto mit Helene. Treibel hält Helene für unaufrichtig. Ein Gesangsquartett singt das Lied von der Loreley.

Franz Liszt (1811-1886): Loreley

Wilibald Schmidt unterhält sich mit seiner Jugendfreundin Jenny Treibel über ihren Sohn Leopold. Jenny schließt eine Hochzeit Leopolds mit Hildegard, der Schwester ihrer Schwiegertochter Helene, aus.

Clara Schumann (1819-1896): Die stille Lotusblume op. 13 Nr. 6: Glück und Sehnsucht

Corinna und Leopold haben sich abgesetzt. Im Scherz prophezeit Corinna, dass Leopold Hildegard heiraten wird. Daraufhin macht Leopold Corinna einen Heiratsantrag. Corinna stimmt zu. Beide beteuern ihre Liebe und schwören, sie auch gegen Widerstände von Jenny Treibel zu verteidigen. Das Quartett singt wieder.

Pause
„…das immer von Lobster spricht, wo wir Hummer sagen…“ (Berlin)

Elftes Kapitel
Corinna fühlt sich unwohl und wird von Frau Schmolke umsorgt.

Frédéric Chopin (1811-1849): Nocturne b-Moll - Nacht

Schmolke erzählt Corinna von ihrem verstorbenen Mann, der bei der Sittenpolizei war. Eifersucht war das große Thema ihrer Ehe.

Frédéric Chopin: Scherzo Nr. 3 cis-Moll (zweites Thema)

Corinna gesteht Frau Schmolke ihre Verlobung mit Leopold. Schmolke bestärkt Corinna in ihrem Entschluss.

Pause
„…und Curry-Powder und Soda wie höhere Geheimnisse behandelt“ (Berlin)

Zwölftes Kapitel
Jenny Treibel sinniert über das Lebensglück. Leopold nimmt allen Mut zusammen und gesteht seiner Mutter spätabends die Verlobung mit Corinna. Die Kommerzienrätin simuliert eine Ohnmacht. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie diese Verbindung unter allen Umständen verhindern wird.

Frédéric Chopin: Scherzo Nr. 3 cis-Moll (erstes Thema)

Kommerzienrat Treibel nimmt die Nachricht gelassener auf und tadelt seine Frau für ihre herzlose Überheblichkeit. Jenny besteht auf ihrem Entschluss.

Mélanie Bonis (1858-1937): Prélude Es-Dur op. 10

Dreizehntes Kapitel Jenny Treibel lädt Hildegard in einem Brief nach Berlin ein.

Ein tröstliches Wiedersehen mit Fürst Pückler (Berlin)


13. März 2026 (Berlin)

17. Mai 2026 (Zernikow)

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel
Teil V: Alles kommt anders. Hochzeit

Birnen, nicht nur als Deko (Berlin)

(Dreizehntes Kapitel) Jenny Treibel will die Hochzeit ihres Sohnes Leopold mit Corinna Schmidt unter allen Umständen verhindern. Sie versöhnt sich mit ihrer Schwiegertochter Helene, deren Schwester Hildegard sie aus Hamburg nach Berlin eingeladen hat.

Robert Schumann (1810-1856): Thema und Variation B5 aus: Exercicen über ein Thema von Ludwig van Beethoven (Berlin)
Fanny Hensel (1805-1847): November - aus „Das Jahr“ (Zernikow)

Jenny Treibel kreuzt bei Schmidts auf und stellt Corinna zur Rede. Corinna kontert selbstbewusst. Die Vermittlungsversuche Wilibald Schmidts scheitern.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Lied ohne Worte e-Moll Nr. 1, Op. 102 (Berlin)
Frédéric Chopin (1810-1849): Scherzo b-Moll (Zernikow)

Vierzehntes Kapitel
Leopold Treibel schreibt täglich einen kurzen Brief an Corinna. Er suhlt sich in Selbstmitleid. Hildegard reist aus Hamburg an, die Stimmung ist gezwungen.

Pause
Gemüsebrühe mit Birne und geräucherter Forelle (Berlin)

Corinna beginnt, an Leopold zu zweifeln. Sie lenkt sich in Gesellschaft der Freunde ihres Vaters ab. Frau Schmolke versucht, Corinna aufzuheitern. Corinna gibt zu, dass sie keine Gefühle für Leopold hat. Schmolke rät ihr, mit Leopold Schluss zu machen.

Friedrich Burgmüller (1806-1874): Marche, Op. 109 (Berlin)
Frédéric Chopin: Polonaise op. 61 (Zernikow)

Fünfzehntes Kapitel Frau Schmolke erzählt Wilibald Schmidt, dass Corinna ihre Verlobung mit Leopold auflösen will. Schmidt teilt die Neuigkeit seinem Neffen Marcell mit, der gerade Gymnasial-Oberlehrer geworden ist. Marcell versichert Schmidt, dass er Corinna noch immer liebt. Schmidt ermutigt ihn, ihr seine Gefühle mitzuteilen.

Pause
Semmelpudding mit Birnen an langen Stängeln und Entenragout (Berlin)

Sechzehntes Kapitel
Corinna erhält zwei Briefe: einen Liebesbrief von Marcell und einen Glückwunsch ihres Vaters. Marcell und Corinna sprechen sich aus und finden zueinander. Ihre Verlobung wird bekannt gegeben. Jenny Treibel triumphiert. Der Verlobung von Leopold und Hildegard steht nichts mehr im Weg.

Julius Kosleck (1825-1905): Geschwind-Marsch "Victoria Luise" (Berlin)
Clara Schumann (1819-1896): Scherzo op. 15 Nr. 4 (Zernikow)

Corinna und Marcell heiraten. Die Familien Schmidt und Treibel sind versöhnt. Alle Treibels außer Leopold feiern mit.

Franz Schubert (1797-1828): Ländler Nr. 6 & 7, D366 (Berlin)
Edvard Grieg (1843-1907): Hochzeit auf Troldhaugen (Zernikow)

Die Hochzeitsfeier endet mit Gesang und philosophischen Betrachtungen von Wilibald Schmidt.

Schokoladenpudding mit Birnenmöglichkeit (Berlin)