PAUL SONDEREGGER

SCHAUSPIELER • SPRECHER • SPRECHTRAINER • REGISSEUR

schwejk.jpg

Inszenierung 
 DIE GESCHICHTE VOM 
 BRAVEN SOLDATEN SCHWEJK

In diesem Fall darf und muss man unbescheiden sein: Das Sommertheater im Naumburger Marientor hat erneut ein Stück Weltliteratur zum Gegenstand. Diesmal ist es der dramatisierte Schelmenroman über den "Braven Soldaten Schwejk" – eine pazifistische Satire, ein kräftiges Bekenntnis zum Antimilitarismus, ein großes Stück Volkstheater. Ob Heinz Rühmann, Peter Alexander oder Fritz Muliar – bekannte Schauspieler trugen zur Popularität der Figur des Schwejk bei. Sich wie Schwejk zu verhalten, ist vielerorts zu einem festen Begriff geworden. Es kennzeichnet einen Charakter, der sich mit List, Witz und Passivität gegen die Unbilden im Leben wehrt, der sich naiv oder dumm zu stellen weiß, um den größten Katastrophen zu entgehen. Man muss sich den Umgang mit der Wahrheit eben auch ein wenig zurechtlegen können! Die Wahrheit ist in den Augen Schwejks relativ; sie darf gebogen oder verdreht werden, denn: Hauptsache ist, dass der "Kleine Mann" über die Runden kommt! Diesem böhmischen Antihelden ist kaum etwas nachzuweisen, weil die sprichwörtlich gewordene Schwejksche Schläue Autoritäten bloßstellt und somit sogar Kriege zu überstehen hilft, was das wahre Talent dieses Überlebenskünstlers ausmacht.

Komödie nach dem Roman von Jaroslav Hašek, bearbeitet von Robert Gillner

Regie
Paul Sonderegger
Regieassistenz
Daniela Tati
Ausstattung
Stefan A. Schulz
Wirt
Baloun
Peter Johan
Kellnerin
Müllerovà
Patricia Windhab
Kellner
Woditschka
Tom Baldauf
Musiker
Lukasch
Adrien Papritz
Gast
Schwejk
Michael Naroditski
Produktion
Theater Naumburg

 

Premiere am 9. Juni 2017
im Marientor Naumburg
www.theater-naumburg.de

image 1 of 12 thumb image 2 of 12 thumb image 3 of 12 thumb image 4 of 12 thumb image 5 of 12 thumb image 6 of 12 thumb image 7 of 12 thumb image 8 of 12 thumb image 9 of 12 thumb image 10 of 12 thumb image 11 of 12 thumb image 12 of 12 thumb

Mitteldeutsche Zeitung, 17. Juni 2017

Gewitzter Antiheld zieht in den Krieg

aus dem Premierenbericht von Kai Agthe

…Das Publikum sitzt an Festzeltgarnituren. Denn wir befinden uns im Restaurant "Zum Kelch", wo Schwejks anekdotengesättigte Abenteuer von der Belegschaft als Spiel im Spiel präsentiert werden.

…Die Herren tragen Krachlederne, die Dame Dirndl, ansonsten braucht es erstaunlich wenig Utensilien (…), um Schwejks unerhörte Geschichten aus der Welt der Kasernen und des Krieges lebendig werden zu lassen. Die Komödie entfaltet auch deshalb eine solch hohe Dynamik, weil jeder Akteur mehrere Rollen übernimmt – und das oft im fliegenden Wechsel. Die Spanne der auftretenden Charaktere reicht vom schnarrenden Stabsarzt bis zum schnuppernden Schoßhündchen.

Es ist ein Tour de Force voller Schenkelklopfer, die alle fünf Darsteller durch eine bravouröse Teamleistung überaus kurzweilig gestalten. Das Zentrum bildet dabei Michael Naroditski als Schwejk und dessen Urenkel, der mit seiner voluminösen Stimme nicht nur das Marientor spielend ausfüllt, sondern sich auch gegen das lebensfrohe Quietschen der Naumburger Straßenbahn behauptet.

© 2017 paul@paul-sonderegger.de, Berlin; Impressum